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IV. Systemsicherheit
1. Externe Zugriffsversuche
Unter
Firewall/NAT wurde bereits dargestellt, inwieweit Firewalls bzw.
NAT-Systeme die Nutzung von VoIP erheblich erschweren können und welche
Lösungsstrategien denkbar sind.
Das ist aber nur die eine Seite der
Medaille. Denn eine für VoIP "optimale Konfiguration" darf natürlich
nicht bedeuten, dass dadurch die Sicherheit des Netzwerkes insgesamt
aufs Spiel gesetzt wird.
a. Port-Freigaben
Entsprechend sollten beispielsweise
Portfreigaben mit
Bedacht gewählt werden und (sofern möglich) bei SIP-basierten Anbietern
(jedenfalls für die Anrufsignalisierung) nur für die spezifische(n)
IP-Adressen der SIP-Server freigegeben
werden.
Da die Gesprächskommunikation als solches (per RTP)
dann aber direkt zwischen den Gesprächspartnern läuft, ist jedenfalls
bei reinen VoIP-Gesprächen eine Einschränkung auf bestimmte IP-Adressen
in der Regel nicht möglich, da die jeweiligen Gesprächspartner (außer im
Rahmen eines internen Netzes) unterschiedliche und zudem dynamische
(sich also bei jeder Einwahl ändernde) IP-Adressen zugeteilt bekommen.
Anders dagegen bei VoIP-Gesprächen vom oder ins herkömmliche
Telefonnetz. Da diese Gespräche über Gateways laufen, die
typischerweise eine fixe IP-Adresse haben, kann dies bei der
Konfiguration der Firewall entsprechend berücksichtigt werden.
b. DMZ
Die ebenfalls bereits unter
Firewall/NAT angesprochene Lösungsvariante
DMZ / Exposed Host
ist aus Sicherheitsgründen problematisch.
Für Businessanwender dürfte diese Option von
vornherein schlicht zu unsicher sein.
Für Privatanwender mag die Variante, die interne IP-Adresse in die DMZ
zu stellen, bei spezieller VoIP-Hardware evtl. noch vertretbar sein
(etwa einen ATA; siehe dazu unter
Los
geht's/Voraussetzungen/Hardware), da dann zwar der ATA "ungeschützt"
ist, aber immerhin der oder die sonst im Netzwerk vorhandenen Computer
durch das NAT-System geschützt sind. Umso wichtiger ist es dann aber
auch, die Konfiguration des ATAs dahingehend zu überprüfen und evtl. zu
ändern, dass das Konfigurationsinterface nur aus dem lokalen Netzwerk
erreichbar ist (und also nicht "aus dem Internet") und dass der Zugang
zum Konfigurationsinterface unbedingt mit einem Passwort versehen ist.
Es kann auch nicht schaden, die Sicherheit durch entsprechende
Online-Tests zu überprüfen (siehe dazu unter
NAT/Voodoo?!/Alles
funktioniert).
Nutzt man dagegen keine spezieller VoIP-Hardware, sondern ein auf einem
Computer installiertes Softphone und möchte man diesen Computer in die
DMZ stellen, sollte auf dem
Rechner zumindest eine lokale Firewall
("Personal Firewall") installiert werden, um einen
gewissen Grundschutz zu gewährleisten.
Dies hat auch durchaus den
Vorteil, dass sich solche Personal Firewalls meist einfacher konfigurieren lassen
als die häufig nur begrenzt anpassbaren integrierten Firewalls in einem
handelsüblichen DSL-Router für Privatanwender.
Man muss sich aber
darüber im klaren sein, dass es einen prinzipiellen
Sicherheits-Unterschied macht, ob der Schutz schon im Router greift oder
erst auf dem jeweiligen Computer (zumal Personal Firewalls
durchaus auch nicht die gleiche effektive Sicherheit bieten können).
Auf der anderen Seite unterscheidet sich diese Vorgehensweise aber auch
nicht von dem durchaus gängigen Szenario, dass der Nutzer gar keinen Router verwendet, sondern der Zugang direkt über das (DSL-)Modem erfolgt
(siehe dazu unter
Firewall/NAT). Dort muss der Schutz ja auch komplett auf den
Computer verlagert werden. Insofern mag für den ein oder anderen
Anwender die DMZ-Lösung durchaus eine gehbare Option sein, v.a. wenn die
Konfiguration des Routers entweder gar nicht gelingt oder zumindest sehr
aufwendig ist.
weiter...
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