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2. Spyware, Adware, Malware, Trojaner, Viren
a. Spyware, Adware, Malware in Softphones
Insbesondere bei Nutzung eines Softphones ist wie bei jeder anderen Software
mit Zugriff vom und auf das Internet eine gewisse Vorsicht bzgl.
versteckter Zugriffe angebracht.
Dabei muss es sich keineswegs um Spyware im
eigentlichen Sinne handeln. Es reicht schon, dass ein Softphone bei
jedem Start des Programms eine http-Verbindung zum externen Server des
Herstellers des Softphones aufbaut (so etwa X-Lite von CounterPath
[vormals Xten]). Dies wird
gerne begründet mit der angeblichen Notwendigkeit, (anonymisierte)
statistische Daten über die Nutzung der Software zu erheben oder es
erfolgt eine automatische Update-Überprüfung. Zwar sind diese Fälle in
der Regel nicht wirklich gefährlich (so man denn annehmen will, dass
tatsächlich nur anonymisierte Daten übertragen werden), doch muss jeder
Nutzer für sich selbst entscheiden, inwieweit er solche Zugriffe
gestatten will oder ob er sie nicht z.B. per Firewall blockieren will
(was freilich bei Update-Überprüfungen einen Verlust an Komfort bedeutet).
Daneben sind allerdings auch die krassen Fälle von
echter Spyware bzw. anderer Schadensprogramme denkbar. Es ist zumindest
vorstellbar, dass gezielt ein manipuliertes
Softphone (oder ein angebliches Update für ein bekanntes
Softphone) in Umlauf gebracht
wird, das in irgendeiner Form schädlichen Code enthält. Vergleichbares
kennt man von (angeblichen) Bildschirmschonern und (angeblichen)
"Internet-Beschleunigern". Bei den bekannten Softphone-Anbietern dürfte man da
allerdings auf der sicheren Seite sein. Riskanter kann der Download
völlig unbekannter Softphones von eher zwielichtigen Webservern sein.
Keinesfalls sollte man per E-Mail erhaltene
(vermeintliche) Programm-Updates
installieren, sondern Updates immer nur von der Website des
Programmherstellers herunterladen.
Im Zusammenhang mit Spyware wird mitunter auch
Skype erwähnt.
Die in Skype eingesetzte Peer-to-Peer-Technologie hatte ihren
ersten prominenten Einsatz im KaZaA File-Sharing-Client.
KaZaA ist in etwa das, was Napster in seiner Hochzeit war, nämlich ein
Netzwerk zum (legalen, aber auch illegalen) Austausch von Dateien,
allerdings anders als Napster auf Peer-to-Peer-Basis, also ohne zentrale Datei-Server.
KaZaA macht(e) auch deswegen von sich reden, weil es einige
Zusatz-(Werbe-)Programme beinhaltet(e).
Die ursprünglichen Entwickler des KaZaA File-Sharing-Clients aber sind
die Betreiber von Skype, was wenig überraschenderweise zu wildesten
Spekulationen führt(e), zumal bzw. auch wenn es auf der
Skype-Downloadseite ausdrücklich heißt: "No Spyware, Adware,
Malware...". Es macht freilich wenig Sinn, sich an irgendwelchen
Verschwörungstheorien zu beteiligen.
Richtig ist, dass die heutigen Betreiber von Skype den
KaZaA File-Sharing-Client entwickelt haben. Richtig ist aber (wohl?)
auch, dass KaZaA erst nach dem Verkauf durch die heutigen
Skype-Betreiber mit Dritt-Software "ergänzt" wurde (selbst das wird
teilweise bestritten; KaZaA habe auch schon vorher Dritt-Software enthalten).
Fakt ist außerdem, dass nach Stand der Dinge und auch im Rahmen
seriöser Untersuchungen bisher
keine Spyware und keine
Backdoor (oder
ähnliches) in Skype entdeckt wurden. Andererseits ist aber der Code nicht
frei zugänglich, eine Analyse durch unabhängige Dritte daher nicht
möglich (was freilich auch bei Software anderer Unternehmen der Fall
ist, bekanntestes Beispiel ist das Betriebssystem Windows).
Im Februar 2007 wurde (mehr oder weniger zufällig)
bekannt, dass der Plugin-Manager (steuert Skype Extras) im Rahmen eines
Digital-Rights-Management-Mechanismus (DRM) ungefragt
BIOS-Daten ausliest. Zwar wäre es wohl
etwas drastisch, dies als "Spyware-Funktion" zu bezeichnen. Allerdings
lässt sich nicht bestreiten, dass ein schales Gefühl bleibt. Auch wenn
Skype den Vorfall nachträglich herunterzuspielen versuchte ("It is quite
normal to look at indicators that uniquely identify the platform and
there is nothing secret about reading hardware parameters from the
BIOS."), wurden hier nicht identifizierte Daten an Drittserver
übertragen. Insofern ist das ein Vorfall, der manchen Skype-Skeptiker in
seiner grundsätzlichen Kritik an Skype (kein öffentlicher Code)
bestätigen mag.
Aktuelle Versionen enthalten den DRM-Mechanimus nicht
mehr (so jedenfalls die Aussage des Chief Security Officer des
Unternehmens, Kurt Sauer, im Skype-Unternehmens-Blog).
Verschwörungstheoretiker werden so oder so im Zweifel auch weiter annehmen,
es gäbe eine Backdoor, nur sei sie so raffiniert getarnt, dass man sie
noch nicht gefunden habe...
Zum Thema "Abhören durch staatliche Stellen", siehe
unter Sicherheit/Abhörbarkeit.
weiter...
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