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Sicherheit
Zwar kann man VoIP "einfach so" nutzen, doch sollte
sich jeder, der VoIP sei es als Privatanwender, sei es als
Businessanwender intensiver nutzen möchte, unbedingt mit Fragen der
Sicherheit auseinandersetzen.
"Salopp" gesagt holt man sich mit VoIP all
die potenziellen Probleme ins Haus, die man bisher nur "vom Internet
kannte". Dabei gilt der Grundsatz, dass es einerseits einen reziproken
Zusammenhang zwischen Sicherheit und Komfort
gibt. Andererseits ist es aber weder sinnvoll noch notwendig, VoIP bzw.
das Internet ob seiner vermeintlichen oder tatsächlichen Gefahren gar
nicht zu nutzen. Vielmehr sollte die Strategie sein, sich erstens über
mögliche Gefahren zu informieren und zweitens geeignete
Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Schlecht
wäre es, darauf zu vertrauen, "dass schon nichts passieren wird".
Während für Privatanwender "Schadensfälle" im Falle des Falles evtl. nur
ärgerlich sind, können Sicherheitsprobleme für Businessnutzer u.a.
dramatische pekuniäre Konsequenzen nach sich ziehen. Erst hinterher "aus
dem Schaden klug zu werden" kann sich ein Unternehmen eigentlich in
keiner Hinsicht leisten.
Generell ist davon auszugehen, dass Sicherheitsaspekte
mit zunehmender Verbreitung und Popularität erheblich an Bedeutung
gewinnen werden. Es ist kein Zufall, dass neuerdings vermehrt Meldungen
zu Sicherheitsgefahren rund um VoIP auftauchen und manche VoIP-Anbieter
dieses Thema in der Zwischenzeit wesentlich offensiver angehen als in
der Anfangsphase und Ihre FAQs entsprechend ausbauen ("Können meine
Gespräche abgehört werden?"). Allerdings wird es nicht damit getan sein.
In vielen Bereichen hat der Endanwender relativ wenig Einfluss auf
potenzielle Gefahren (anders aber beim pharming, siehe unten).
Vielmehr ist es Aufgabe der VoIP-Anbieter,
ihre Systeme (sprich: die VoIP-Server) entsprechend zu sichern.
I. Abhörbarkeit
1. VoIP über das Internet
Bei der auf diesen Seiten im Vordergrund stehenden
Nutzung von VoIP für den Privatanwender werden die Datenpakete
typischerweise über das öffentliche Datennetz geleitet
("Internet").
a. Grundsätzlich ungeschützte Kommunikation
Das öffentliche Datennetz ist allerdings
ungeschützt. Im Prinzip können Daten (also
VoIP-Telefongespräche und die verwendeten Telefonnummern) abgefangen oder
kompromittiert werden.
Letztlich ist das nicht anders als beim Versenden
von E-Mails, die auch "jeder" lesen kann. Obwohl also E-Mails im Prinzip
wie Postkarten sind, scheint dies die große Masse der Nutzer nicht zu
stören, auch wenn es durchaus
Möglichkeiten gäbe, die E-Mails zu
verschlüsseln.
Besondere Vorsicht ist angebracht bei Nutzung von VoIP
an öffentlichen WLAN-Zugangspunkten (Hotspots),
wo typischerweise standardmäßig überhaupt keine Verschlüsselung
verwendet wird - es sei denn der Nutzer nutzt beispielsweise eine
gesondert gesicherte Verbindung, z.B. über ein VPN (Virtual Private
Network). Da öffentliche Zugangspunkte nahe liegenderweise gut
gekennzeichnet sind, könnten sie sogar zu gezielten Abhöraktionen "auf
Verdacht" genutzt werden. Man denke etwa an solche Hotspots, die
typischerweise von Businessnutzern (etwa am Flughafen) genutzt werden
und wo dann möglicherweise inhaltlich sensible VoIP-Gespräche geführt
werden (Industriespionage!). Ohne besondere individuelle Sicherungen
kann eine Nutzung von VoIP in solchen Fällen daher eigentlich nicht
seriös empfohlen werden. Selbiges gilt natürlich auch für die
E-Mail-Kommunikation. Im Internet sind bereits heute Tools verfügbar,
die sogar in der Lage sind, die "abgefangenen" Audiodatenpakete in eine
wav-Datei abzuspeichern. Bei einem WLAN-Netz zu
Hause sollte unbedingt der WPA(2)-Verschlüsselungsstandard
aktiviert sein und auch sonst alle verfügbaren Sicherheitsfeatures
aktiviert sein.
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