4. Konfigurationshürden
Bei der einleitenden Frage "Was ist VoIP?"
wurde schon darauf hingewiesen, dass vollwertige Internet-Telefonie auch
eine mehr oder weniger einfache Bedienbarkeit einschließt ("usability").
a. Herkömmliche Telefonie
Wer sich einen herkömmlichen Telefonanschluss bestellt, wird der z.B.
von der Deutschen Telekom AG eingerichtet. Man geht in den nächsten
Elektronikfachmarkt, kauft sich für 49,99 € ein Telefon, das schließt
man an die TAE-Buchse an und es kann telefoniert werden.
b. Internet-Telefonie: Einstiegshürden
Bei einem VoIP-Anschluss ist das u.U. nicht ganz so einfach. Da braucht
man erst mal irgendwie "Internet", dann benötigt man irgendeine Form von
Endgerät (das kann auch eine Software sein), und dann
muss das Endgerät auch noch konfiguriert werden! (Zu den Voraussetzungen im
einzelnen siehe unter Los geht's.)
Das können in der Summe für einen unbedarften Erst-Nutzer schon einige
Hürden sein, die erst mal zu nehmen sind. Insofern ist es auch kein
Zufall, dass manche DSL-VoIP-Anbieter dazu übergegangen sind, so eine
Art "Rundum-sorglos-Paket" anzubieten.
Der Nutzer erhält die Hardware
direkt vom DSL-Anbieter und alles ist vorkonfiguriert. Es müssen nur
noch die Kabel angeschlossen werden. Das kommt dem Plug & Play der
herkömmlichen Telefonie schon relativ nahe.
c. Internet-Telefonie: Internet-Grundkenntnisse
Das ändert allerdings nichts daran, dass VoIP insgesamt einen relativ
starken technischen Bezug hat, mit dem man spätestens dann konfrontiert
wird, wenn man speziellere Wünsche hat oder wenn es irgendwelche
Probleme gibt. Dann ist in der Tat ein mehr oder weniger ausgeprägtes
Grundwissen im Bereich Internet sinnvoll. Andererseits sind für einen Standard-VoIP-Anschluss sicherlich keine detaillierten
Netzwerkkenntnisse erforderlich, aber man sollte schon mal selbstständig
einen Internetzugang eingerichtet haben – und sei es vollautomatisch per
Zugangssoftware.
Mit gewissen Grundkenntnissen ausgestattet, kann - anders als in den
Anfängen von VoIP - mit Fug und Recht behauptet werden, dass die
Internet-Telefonie auch schon heute in den meisten Fällen "einfach
benutzt" werden kann, ohne dass man sich mit technischen Details
herumschlagen müsste, also ganz nach dem Skype-Motto (bis
Juni 2005): "Free
Internet telephony that just works." (seit Juli 2005 lautet das
offizielle Motto "The whole world can talk for free.")
d. Internet-Telefonie: vertiefte Netzwerkkenntnisse
Einschränkend muss aber festgehalten werden, dass es auch immer noch
Teilbereiche gibt, die tiefere Kenntnisse der Materie verlangen.
Meistens betrifft dies aber eher "fortgeschrittene Szenarien", mit denen
der "Einsteiger" schon rein praktisch nicht konfrontiert wird.
Der einzige Bereich, der auch den "durchschnittlichen" DSL-User
betreffen kann, ist der Einsatz eines Routers (NAT/Firewall)
am DSL-Anschluss. Die dabei auftretenden Konfigurationsprobleme lassen
sich aber in der Regel mit Hilfe der einschlägigen Websiten / Foren
lösen. Eine Einführung finden Sie auch unter der Rubrik
NAT/Firewall. Durch
den Einsatz spezieller VoIP-Router mit integrierter VoIP-Telefonanlage
lassen sich aber in der Regel sämtliche NAT-Probleme auf einen Schlag
lösen (siehe dazu unter
NAT/Voodoo?!/Alles funktioniert).
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