2. Ausfallsicherheit: Internet-Anschluss, Internetzugang, VoIP-Anbieter, "das Internet", der eigene Computer
und Strom(ausfall)
Wie schon bei der Qualität erwähnt, spielen die genannten Faktoren
natürlich auch insofern eine Rolle, als entsprechende Probleme nicht nur
zu einer reduzierten Qualität führen können, sondern gut und gerne auch
zum Totalausfall.
Ein stabil laufender und zuverlässiger Internetzugangsprovider ist
zwingend erforderlich. Wenn die Verbindung alle 10 Minuten aus welchem
Grund auch immer zusammenbricht, ist dies schon beim üblichen Surfen
sehr störend (siehe dazu auch unter
Firewall/NAT/Eingehende
Verbindungen/Lösungsansätze und
WLAN/Instabile
Verbindung). Beim Internet-Telefonieren ist es eigentlich nicht mehr
akzeptabel. Auch der Anschluss als solcher kann natürlich ausfallen
("mein DSL-Modem blinkt rot").
Daneben kann auch der VoIP-Anbieter aus welchem Grund auch immer
technisch nicht verfügbar sein ("Login timed out! Contact
Network Admin.").
Außerdem kann es generell im Internet zu
Routing-Problemen kommen, weil irgendein Router irgendwo "im
Netz" ausgefallen oder überlastet ist und alternative Routingwege nicht
oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen.
Es scheint auch schon Fälle gegeben zu haben, in denen in einem
(ausländischen) Teilnetz VoIP-Traffic "ausversehen" komplett blockiert
worden ist. So war etwa im November 2004 in Teilen Brasiliens Skype
"plötzlich" nicht mehr voll funktionsfähig. Ob dies aber ein technisches Versehen
(Fehlkonfiguration der Router) oder tatsächlich eine gezielte Aktion
eines großen brasilianischen Netzanbieters "gegen Skype" war, ist nicht
klar. Nachdem die brasilianische Presse das Thema aufgegriffen hatte,
löste sich das Problem allerdings relativ zeitnah...
In China wurde Zeitungsberichten zu Folge ab September 2005
SkypeOut-Anrufe von einem lokalen Ableger der China Telekom blockiert,
da in China nur sechs große Telekomunternehmen überhaupt die Genehmigung
hätten (darunter China Telekom), VoIP-Dienste anzubieten. Es ist unklar,
ob diese Blockierung in ganz China erfolgte.
Unabhängig von solchen singulären Ereignissen ist es zwar nicht außerhalb jeglicher Vorstellungskraft,
dass das Internet "komplett ausfällt", infolge etwa eines wie auch immer
gearteten globalen Ereignisses, doch wesentlich wahrscheinlicher
ist, dass der eigene Computer ausfällt, etwa in Folge von Virenbefall,
Konfigurationsproblemen ("mein Internet ist
kaputt") oder Hardwaredefekten.
Erwähnen sollte man auch die Tatsache, dass VoIP wesentlich stärker vom
Stromnetz abhängt als die herkömmliche Telefonie. Bei einem
Stromausfall funktionieren herkömmliche Telefone in der Regel nach
wie vor. Im Falle von VoIP sind dagegen je nach Einzelfall mehrere
Geräte beteiligt, die ohne Strom gar nicht mehr funktionieren
(DSL-Modem, DSL-Router, sonstige VoIP-Hardware, wie etwa ATAs, siehe
dazu unter Los
geht's/Voraussetzungen/Hardware). Zu Problemen nach einem
Stromausfall siehe auch unter
NAT/Eingehende
Anrufe/SIP.
Was für Privatanwender allein schon aus Kostengründen nicht in Frage
kommt, ist dagegen für Businessnutzer von großer Wichtigkeit: das VoIP-Telefonsystem muss zwingend redundant
ausgelegt sein, weil sonst das Unternehmen im Falle des Falles
schlimmstenfalls komplett von der Außenwelt abgeschnitten ist. Dies gilt
v.a. für IP-gehostete Telefonanlagen (siehe dazu unter
Vorteile/Businessanwender). Bei entsprechenden Produkten ist daher darauf Wert zu legen, dass die
externen Telefonanlagen-Server redundant angelegt sind.
weiter...
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