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VoIP-Telefonnummern mit korrektem Ortsbezug des
Anschlusses werden
aller Voraussicht nach auch weiterhin gültig sein. VoIP-Nummern ohne
korrekten Ortsbezug dagegen durften nur noch bis 15. Oktober 2004
vergeben werden, bis dahin bereits vergebene VoIP-Nummern ohne
korrekten Ortsbezug des Anschlusses dürfen theoretisch seit dem 1. August 2005
nicht mehr genutzt
werden.
Um auch den Kunden, die nicht in einem
der Ortsnetze einen Anschluss haben, für die Sipgate Ortsnetzvorwahlen im Angebot hat,
eine VoIP-Festnetz-Telefonnummer zuteilen zu können, ist z.B. Sipgate kurzfristig dazu
übergegangen, 01801-Nummern zu vergeben
(Rufnummernblock: 01801-777555). Anrufe zu den
Sipgate-Nummern kosten z.B. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG
ganztägig 3,9 Cent pro Minute (Stand: 26.1.2007). Die Sipgate-Seite
selbst nennt andere Tarife; wir beziehen uns auf die offiziellen
Preislisten der T-Com für den CallPlus-Basisanschluss. Call-by-Call kann für diese
Nummern nicht verwendet und die Erreichbarkeit aus dem Ausland nicht
garantiert werden. Aus Mobilfunknetzen liegen die Gesprächsgebühren bei
etwa 50 Cent (je nach Anbieter). Die Bezeichnung "Ortstarif" ist
missverständlich, weil die Gesprächsgebühren fast immer höher liegen
werden als bei Anrufen auf eine "normale" Ortsnetzvorwahlnummer per Call-by-Call.
Der Anbieter Purtel bietet dagegen (neben regulären
Ortsnetzvorwahlen) 01805-Telefonnummern
an (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG).
c. Grundsatz der Ortsbezogenheit
Ende November 2004 kündigte die Bundesnetzagentur
(bis 11.7.2005: Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post) einige relativ wichtige Änderungen bei der
Vergabe der virtuellen Telefonnummern an:
Erstens sollen in Zukunft Rufnummernblöcke für
virtuelle Telefonnummern in kleineren Blöcken vergeben werden können.
Die bisher praktizierte Regelung, dass Rufnummern nur in
Tausender-Blöcken vergeben werden konnten (auch wenn der Anbieter gar
nicht 1000 Nummern in jedem Ortsnetz benötigte!), was für einen
deutschlandweit aktiven VoIP-Anbieter mit nicht unerheblichen Kosten
verbunden war (angeblich 2,5 Millionen Euro Investitionskosten), soll
entfallen. Stattdessen sollen auch kleinere Rufnummernblöcke vergeben
werden können.
Zweitens können Telefonnummern auch an reine
Dienstanbieter ohne eigenes Netz vergeben werden.
Drittens - und das ist für den Privatanwender die
praktisch wichtigste Regelung - soll bei der Vergabe der Telefonnummern
nicht mehr der physikalische Telefonanschluss (Grundsatz des
Anschlussbezogenheit; siehe oben), sondern der
reine Ortsbezug ausschlaggebend sein (und eine kurzzeitige
"nomadische" Nutzung zulässig sein). Dieser bestimmt sich nach dem Wohn-
bzw. Firmensitz des Nutzers.
Dies wurde allerdings insbesondere von den etablierten
Telefongesellschaften aufs Schärfste kritisiert, weil dies letztlich
nicht kontrollierbar sei und daher der von der Bundesnetzagentur ja
auch weiterhin geforderte Ortsbezug praktisch nicht mehr durchsetzbar
sei. Dann aber entfalle auch Sinn und Zweck der geplanten VoIP-Rufnummerngasse 032 (siehe dazu unten). Zudem seien weder
Notrufregelungen noch G10-Abhörmaßnahmen gewährleistet. Auch innerhalb
der Bundesnetzagentur scheint die Diskussion diesbezüglich noch nicht
abgeschlossen zu sein.
d. Rufnummerngasse für VoIP-Anschlüsse: 032
Für VoIP-Nutzer, die weder dem Grundsatz der
Anschlussbezogenheit noch dem Grundsatz der Ortsbezogenheit Genüge tun
und daher keine Möglichkeit haben,
eine "lokale" VoIP-Telefonnummer zu bekommen, bleibt nur die Nutzung
einer VoIP-Telefonnummer unter einer speziellen VoIP-Vorwahl (032).
Die Schaffung einer speziellen
Vorwahl für VoIP wird übrigens zusätzlich mit der möglicherweise
drohenden Nummernknappheit in manchen Ortsnetzen begründet.
Manche Indizien schienen bis Mitte Oktober 2004 auf
einen Einführungstermin im August 2005
hinzudeuten. Mitte Oktober 2004 allerdings überraschte die
Bundesnetzagentur mit der Ankündigung, dass die Zuteilungsregeln für
die neue Rufnummerngasse Ende November 2004 bekannt gegeben werden
würden und entsprechende Nummern dann ab Mitte 2005 für den
Endkunden verfügbar sein würden. Noch sind die 032-Nummern
nicht sehr weit verbreitet, was auch daran liegen dürfte, dass die 032-Nummern
noch nicht aus allen Netzen erreichbar sind. Auch die Deutsche Telekom AG
sah anfangs nach eigener Aussage noch zahlreiche ungelöste
technische Probleme. Seit August 2005 sind aber 032-Nummern immerhin aus dem Netz
der Deutschen Telekom erreichbar, weitere Telefonnetz-Anbieter dürften
über kurz oder lang nachziehen. T-Online bietet für den zur CeBIT 2005 gestarteten VoIP-Dienst
bereits (kostenlos) 032-Nummern an, die gleichzeitig als interne VoIP-Kennung dienen.
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