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IV. Voodoo?!
Diese Kapitel dürfte es eigentlich gar nicht geben. ;-) Im
Prinzip sollte jeder VoIP-Privatanwender in der Lage sein, VoIP
trotz Network Address Translation ohne Einschränkungen nutzen zu können.
NAT hat relativ wenig mit Voodoo zu tun...
In den allermeisten
Fällen wird man mit Port-Weiterleitungen für die Ports der Anrufsignalisierung
und der Audio-Übertragung sowie einem STUN-Server (Einfügen der öffentlichen
IP-Adresse) auskommen.
Dürfte. Im Prinzip sollte. Relativ wenig. In den allermeisten
Fällen...
In diesem Kapitel geht es um alle anderen Fälle. :D
1. "Was soll der ganze Zirkus wegen NAT? Ich brauch' keine
Port-Weiterleitungen, keine DMZ und keinen STUN-Server - alles
funktioniert!"
Glückwunsch. Sie gehören zu den wenigen Auserwählten, bei denen VoIP
eigentlich gar nicht funktionieren dürfte und trotzdem keinerlei
Probleme auftreten. Sie hätten sich also die letzten Seiten sparen
können ;-)
Bevor Sie sich aber zu sehr freuen, sollten Sie ein paar grundsätzliche
Aspekte klären:
a. Kein NAT, keine Probleme
Bei aller Komplexität des Themas Network Address Translation in
Verbindung mit VoIP sollte man nicht die grundsätzliche Ausgangslage
aus dem Blick verlieren: Gibt es schon kein NAT, kann es auch keine
NAT-Probleme geben. Dabei geht es nicht primär um den "Direktzugang"
(siehe dazu unter
Funktionsweise/Direktverbindung), bei dem schon systembedingt
kein lokales NAT-System beteiligt ist.
Relevant sind hier vielmehr v.a. VoIP-Router
mit integrierter (je nach Hersteller mehr oder weniger vollumfänglicher) VoIP-Telefonanlage (wie sie etwa AVM,
Netgear und Siemens anbieten). Bei
solchen Geräten gibt es zwar durchaus ein NAT-System, doch fungiert es
lediglich als Übersetzungsmechanismus für an den VoIP-Router
angeschlossene Netzwerkkomponenten (z.B. einen Computer mit einem
installierten Softphone). Die direkt an den VoIP-Router angeschlossenen
herkömmlichen Telefone sind
dagegen keine Netzwerkkomponenten im technischen Sinne. Insbesondere
wird ihnen keine private IP-Adresse
zugeteilt (weswegen in den entsprechenden Konfigurationsmenüs der
Eintrag für den STUN-Server auch nur scheinbar fehlt; er ist schlicht
nicht nötig; siehe dazu unter NAT/Eingehende
Verbindungen/RTP).
Es ist mithin gerade das spezifische Merkmal eines solches
Routers mit integrierter VoIP-Funktionalität, dass der Router bzw. die
VoIP-Telefonanlage
das interne Anrufmanagement übernehmen. NAT-Probleme welcher Art auch
immer können für diese direkt angeschlossenen herkömmlichen Telefone
nicht auftreten.
Anders verhält es sich dagegen bei Verwendung eines
ATA (Analog Telephone Adapter;
siehe dazu unter Los
geht's/Voraussetzungen/Hardware), an den zwar auch
herkömmliche Telefone direkt angeschlossen werden, doch stellt in der
Regel nicht der ATA die Internet-Verbindung her (obwohl dies technisch
je nach Hersteller teilweise grundsätzlich sehr wohl möglich ist, siehe
dazu auch unter NAT/Voodoo?!/Nichts
funktioniert), da ein ATA typischerweise hinter einem bereits
vorhandenen Router eingesetzt wird. "Hinter
einem Router" bedeutet aber, dass der ATA als Netzwerkkomponente
mit privater IP-Adresse fungiert, mithin also das NAT-System des
vorgeschalteten Routers beteiligt ist. Die an den ATA angeschlossenen
Endgeräte haben dagegen einmal mehr keine eigenen privaten IP-Adressen.
Insofern besteht kein technischer Unterschied zwischen einem ATA und
einem VoIP-Router. In beiden Fällen
stehen die angeschlossenen herkömmlichen Telefone außerhalb des NAT,
dagegen ist der ATA selbst vom NAT erfasst, wenn er hinter einem Router
eingesetzt wird.
Die Tatsache, dass man sich mit einem VoIP-Router auf einen Schlag sämtlicher NAT-Probleme (jedenfalls
für angeschlossene herkömmliche Telefone) entledigen kann, dürfte im
Privatanwenderbereich dazu führen, dass sich diese Variante mittel- und
langfristig durchsetzen wird. Denn damit fällt eine der wenigen relativ
komplexen Problembereiche weg (siehe dazu unter
Praxis/Einschränkungen/Konfiguration und unter
NAT/Voodoo?!/Nichts funktioniert).
weiter...
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