Network Address Translation (NAT)
Network Address Translation hat (nicht nur) unter VoIP-Nutzern den Ruf
weg, für jedes nur erdenkliche Problem verantwortlich zu sein.
Das ist
auch durchaus nicht gänzlich abwegig, denn einer der wenigen Bereiche, wo sich gegebenenfalls auch der
"durchschnittliche" Privatanwender mit dem ein oder anderen
Konfigurationsproblem konfrontiert sieht,
ist in der Tat die Nutzung von VoIP hinter einem Breitband-Router mit
integriertem NAT-System. Siehe aber auch unter
NAT/Voodoo?!/Alles funktioniert.
Die Formulierung "das ein oder andere Konfigurationsproblem"
ist allerdings insofern etwas weit, als es fast immer nur um zwei
praktische Probleme geht: Entweder scheitert (schon) die
Anrufsignalisierung bei eingehenden Gesprächen. Oder es funktioniert
zwar die
Anrufsignalisierung, doch hört mindestens ein Gesprächspartner den
anderen nicht. Setzen beide Gesprächspartner ein NAT ein, scheitert die
Audio-Übertragung bei beiden. V.a. der "One-Way-Audio-Effekt" kann in der Zwischenzeit schon
getrost als "Klassiker" bezeichnet werden. Manchmal
resultieren Probleme bei der Audioübertragung aber auch durch
versehentliches Betätigen des Stummschalters bei einem Mikrofon, siehe
dazu unter Headsets/sonstige
Komfortmerkmale/Stummschalter.
Übergeordnete Problemstellung ist, dass aus dem Internet eingehende Datenpakete überhaupt den Empfänger erreichen (was nur funktionieren
kann, wenn die Datenpakete an eine öffentliche IP-Adresse gerichtet
sind) und die Daten außerdem an den korrekten Client (Softphone /
VoIP-Hardware) im jeweiligen internen Netz geleitet werden und nicht
etwa durch ein NAT-System oder eine Firewall blockiert werden.
Generell ist zu beachten, dass viele Home-User-Router
ursprünglich nicht auf VoIP ausgelegt waren und mehr schlecht als recht
mit den beteiligten Protokollen umgehen können. Man sollte daher
unbedingt die jeweils aktuelle Firmware
verwenden, da der Hersteller evtl. ein Update zur Verfügung stellt,
durch das die gröbsten Probleme gelöst werden. Ein gezielte Suche etwa
auf
ip-phone-forum.de in den Unterforen für die jeweiligen
Router-Hersteller ist häufig ein erster Schritt zur Problemlösung.
Beim Kauf eines neues (reinen) Routers ohne
integrierter VoIP-Telefonanlage (siehe dazu unter
Voodoo?!/Alles funktioniert) sollte darauf
geachtet werden, dass der Router ausdrücklich für VoIP-Datenverkehr
ausgelegt ist ("SIP aware" / "SIP
ready").
Zu Firewall-spezifischen Problemen siehe unter
Firewall.
I. Funktionsweise von NAT
Grundsätzlich sind zwei Szenarien denkbar, unter denen
ein Breitbandnutzer typischerweise ins Internet geht.
1. Direktverbindung ins Internet
Ist der Computer direkt an das Breitband-Modem
angeschlossen, dann erfolgt die "Einwahl" (die z.B. bei DSL freilich gar
keine "Einwahl" im eigentlichen Sinne ist, sondern eher eine
Authentifizierung) über den jeweiligen Computer. Der
Computer bekommt vom jeweiligen
Internet-Provider eine eindeutige öffentliche IP-Adresse
zugeteilt, unter der zu diesem Zeitpunkt (nur) dieser Computer aus dem Internet erreichbar ist. Alle
Anfragen aus dem Internet oder Antworten auf Anfragen vom Computer (z.B.
wenn ein Webserver die angeforderte Website zum Nutzer sendet) können und
werden ohne weitere Besonderheiten diese öffentliche IP-Adresse
erreichen.
Je nach Art des Breitbandzuganges können aber Router
(und damit NAT-Systeme) im Netz des Zugangsproviders Probleme bereiten,
wenn der Endnutzer nämlich keine öffentliche IP-Adresse zugeteilt
bekommt, sondern
lediglich eine private IP-Adresse (wird durch den DHCP-Server des
Anbieters vergeben). In solchen Fällen werden auch ohne
eigenen Router die im folgenden beschriebenen Probleme relevant.
weiter...
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