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III. Praxis
ENUM ist ein
weltweites Projekt [http://www.enum-center.de/cat2152.html], das aber erst in wenigen Ländern effektiv
nutzbar ist.
Die Trägheit beim Aufbau der "offiziellen" ENUM-Registry
e164.arpa (in Deutschland von der Denic betrieben)
ist mit der Hauptgrund dafür, dass es in der Zwischenzeit schon
mindestens drei "inoffizielle" ENUM-Registrare gibt, nämlich e164.info, e164.org
und e164.bz (dazu unten mehr).
Um ENUM nutzen zu können, muss bei
jeder Wahl einer herkömmlichen Telefonnummer (im Idealfall)
automatisch ein so genannter ENUM-Lookup durchgeführt werden.
Die manuelle Anfrage (z.B. über das Formular auf
www.enum-center.de)
wäre auf die Dauer etwas arg umständlich.
1. ENUM-Unterstützung in Telefonanlagen und Telefonen (auch
Softphones)
Ein ENUM-Lookup kann "lokal" durch eine
DNS-Abfrage erfolgen, sofern das verwendete VoIP-Endgerät diese Funktion
unterstützt.
Die integrierte ENUM-Unterstützung in VoIP-Telefonen ist
derzeit nur bei wenigen Herstellern vorhanden.
Auf der CeBIT 2005 wurden von
einigen Hardware-Herstellern ENUM-unterstützende Endgeräte angekündigt
(etwa von snom technology AG), die in der Zwischenzeit verfügbar sind.
Auch Cisco-Telefone der 79xx-Serie und Intertex VoIP-Router unterstützen ENUM.
Für die VoIP-Telefonanlagen von AVM wird ENUM-Unterstützung seit
mehreren Monaten angekündigt, ist aber Stand 31.08.2006 nach wie vor
nicht über die Konfigurationsoberfläche aktivierbar. In den
einschlägigen Foren werden Möglichkeiten beschrieben, wie sich ENUM auch
schon jetzt nutzen lässt; siehe aber unbedingt unter
Sicherheit/Systemsicherheit/Spyware.
Ansonsten ist man darauf angewiesen, dass der verwendete VoIP-Anbieter den ENUM-Lookup
durchführt. Grundsätzlich kann man derzeit auch bei neuer Hardware
noch nicht davon ausgehen, dass
ENUM ohne weiteres unterstützt wird.
2. ENUM-Unterstützung durch den VoIP-Anbieter
Übersicht über ENUM-Unterstützung:
Links/VoIP-Anbieter
a. Ausgehende Gespräche
aa. Netzinterne Gespräche
Viele VoIP-Anbieter vergeben selbst VoIP-Telefonnummern
(so etwa Sipgate und Nikotel). Wie bereits unter
Vorteile/Kosten/Gesprächskosten gezeigt, sind Anrufe auf solche
VoIP-Telefonummern jedenfalls aus dem gleichen Netz häufig (aber nicht
zwangsläufig bei jedem Anbieter!) kostenfrei. Der dahinter stehende
technische Ablauf dürfte ein interner ENUM-Lookup sein oder
zumindest ein vergleichbarer Prozess. Untechnisch gesprochen werden
interne Telefonnummern als solche erkannt und nicht per Telefonnetz
weitergeleitet, sondern direkt per Datennetz zwischen Anrufer und
Angerufenen, so als hätte der Anrufer nicht die virtuelle
Telefonnummer, sondern von vornherein eine SIP-Kennung verwendet (siehe
dazu unter
Erreichbarkeit/VoIP-Kennung). Ob dies technisch gesehen tatsächlich
per "internem" ENUM realisiert wird oder schlichtweg fest programmiert
ist, wird sich nicht immer eindeutig feststellen lassen, spielt aber im
Ergebnis keine Rolle - solange solche Gespräche wirklich kostenlos sind.
In diesem Zusammenhang können automatische Tarifansagen vor
Gesprächsaufbau nützlich sein, siehe dazu unter
Praxis/Einschränkungen/Features.
bb. Gespräche in Partnernetze
Wirklich interessant und praktisch wichtiger ist, dass
der VoIP-Anbieter ENUM auch für externe Netze unterstützt. Dies dürfte
fast immer funktionieren, wenn der eigene VoIP-Anbieter sein Netz
ausdrücklich mit
dem Netz eines anderen VoIP-Anbieters zusammengeschaltet hat (siehe dazu
schon unter
Vorteile/Kosten/Gesprächskosten). Wählt man in so einem Fall die
virtuelle Telefonnummer eines Gesprächspartners in einem Partnernetz,
wird die entsprechende Telefonnummer als solche erkannt und direkt per
Datennetz zum Angerufenen geleitet. Auch hier gilt wieder, dass dieser
Mechanismus durchaus auch fest programmiert sein kann, es aber (je nach
Anbieter) nicht unwahrscheinlich ist, dass hier ENUM "im Spiel" ist.
In diesem Zusammenhang können automatische Tarifansagen vor
Gesprächsaufbau nützlich sein, siehe dazu unter
Praxis/Einschränkungen/Features.
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