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Bei einer derart präzisen Vorgabe wird sich die Auswahl
in der Regel auf wenige Kameras konzentrieren. Konsultiert man mit
diesen Vorgaben erneut Testberichte, relativieren sich manche
Testergebnisse erheblich.
Da wurde eine Kamera abgewertet, weil sie nur
rudimentäre manuelle Einstellungsmöglichkeiten aufweist (z.B. nur
Belichtungszeiteinstellung). Aber genau das will man ja! Natürlich ist
es grundsätzlich von Vorteil, wenn sich möglichst sämtliche Parameter
manuell einstellen lassen, aber was würde einem das helfen, wo man diese
Funktionen eh nicht zu nutzen beabsichtigt! Ansonsten ist die Kamera
nämlich ausgezeichnet. Also spricht nichts gegen einen Kauf – wenn man
sich überlegt hat, was man da eigentlich kauft.
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| Alles Auto oder was? |
Umgekehrt braucht die etwaige Abwertung einer Kamera
wegen einer nur mittelmäßigen Automatikfunktion
nicht weiter zu beunruhigen, wenn man gezielt eine Kamera mit
mannigfaltigen manuellen Einstellungsmöglichkeiten ausgesucht hat und
man sowieso nicht vorhat, die Automatikfunktion zu nutzen. Man sollte
allerdings bedenken, dass eine Automatikfunktion durchaus ihre Vorteile
hat (Schnelligkeit bei Schnappschüssen!), an die sich auch der
ambitionierte Hobbyfotograf leicht gewöhnen kann. Insofern ist eine
mittelmäßige Automatikfunktion in der Praxis auch dann nicht optimal,
wenn man sie angeblich nicht verwenden wird. Genau genommen ist eine nur
mittelmäßige Automatikfunktion in jedem Fall ein K. o-Kriterium.
Die Moral aus der Geschichte ist, dass man nicht nur
auf das Gesamtergebnis eines Testberichts starren sollte, sondern v.a.
die Einzelwertungen berücksichtigen sollte.
Gleichzeitig sollten einzelne Parameter aber auch
nicht überbewertet werden. Ob die
Bildqualität "sehr gut" oder "gut" ist, wird selbst dem ambitionierten
Hobbyfotografen in der Praxis nicht wirklich auffallen. Bei einem
"befriedigend" kann es dagegen in Grenzbereichen durchaus zu sichtbaren
Schönheitsfehlern kommen, so etwa wenn die Farbtreue zu wünschen übrig
lässt. Wer beispielsweise häufig Portraitaufnahmen macht, wird wenig
begeistert sein, wenn die Darstellung der menschlichen Hautfarbe
suboptimal ist. Erwähnt werden sollte aber auch, dass die
wirklichkeitstreue Wiedergabe der menschlichen Hautfarbe ganz generell
und auch in der "klassischen" Analogfotografie zu den größten
Herausforderungen gehört.
Gefühlskauf
Der Kauf einer Digitalkamera kann wie bei jedem
technischen Gerät ohne weiteres in einen Recherchemarathon ausarten, an
dessen Ende nicht einmal unbedingt ein eindeutiges Ergebnis steht.
Gleichwohl ist der Rückgriff auf fundierte Testergebnisse und deren
individuelle Bewertung letztlich die einzig sinnvolle Vorgehensweise, um
Fehlkäufe auszuschließen. Digitalkameras "nach Gefühl" zu kaufen ist in
jedem Fall ein teures Vabanquespiel.
Besonders vorsichtige Zeitgenossen kaufen grundsätzlich keine
Digitalkamera, wenn nicht mindestens ein Testbericht aufzutreiben war…
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