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Zahlen sind Schall und Rauch

 

Dritter Haken ist, dass Preise bis zu einem gewissen Grad willkürlich sind. Da kostet die eine Kamera 150 Euro und eine andere 170 Euro, aber erstere ist im oberen Bereich des unteren Preissegments angesiedelt, letztere dagegen im unteren Bereich des mittleren Preissegments.

 

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Entsprechend unterscheiden sich die Kameras höchstwahrscheinlich erheblich in Ausstattung und Gesamtqualität. Überspitzt ausgedrückt ist die 150-Euro-Kamera eine gute Einsteigerkamera, die Kamera für 170 Euro schlimmstenfalls ein schlechtes Mittelklassemodell. Da fahren Sie mit dem Einsteigermodell u.U. besser als mit dem 170-Euro-Modell.

 

Eine dritte Kamera kostet 160 Euro, wurde aber heruntergesetzt von 250 Euro, da "Sonderangebot" oder "Auslaufmodell". In beiden Fällen resultiert der Preis aber evtl. daraus, dass dieses Modell der oberen Mittelklasse in einem viel beachteten Testbericht schlecht abgeschnitten hat und jetzt wie Blei in den Regalen liegt. Insofern kann die 150-Euro-Kamera auch hier wieder besser sein als die 250-Euro-Kamera.

 

Andererseits spricht grundsätzlich nichts gegen den Kauf eines Auslaufmodells, sofern man sich vergewissert hat, dass die Kamera keine modellspezifischen Mängel aufweist, die im Nachfolgemodell längst beseitigt wurden. Daneben sollte man auch bedenken, dass eine vor drei Monaten "gute Kamera" heute absolut gesehen nur noch Mittelmaß sein kann, da sich die Technik insgesamt weiterentwickelt. Insbesondere wenn Sie eine Digitalkamera als Investition für mindestens zwei Jahre betrachten, bereuen Sie es möglicherweise über kurz oder lang, ein zwar preislich attraktives Modell erworben zu haben, das aber schon zum Zeitpunkt des Kaufes "veraltet" war. Typischerweise ist eine Digitalkamera so oder so nach sechs bis 12 Monaten überholt, aber eine Kamera, die heute "state of the art" ist, sollte die eigenen Ansprüche zumindest für die nächsten zwei Jahre befriedigen können.

 

Im Übrigen ist jedoch zu sagen, dass "billig" keineswegs zwangsläufig "miese Qualität" bedeuten muss. Man wird sogar im Großen und Ganzen davon ausgehen können, dass heutzutage der Großteil der Kameras auch im unteren Preissegment einigermaßen anständige Qualität liefert. Die Wahrscheinlichkeit, einen Reinfall zu erleben, ist in diesen Preissegmenten aber höher als in der guten Mittelklasse oder gar der High-End-Klasse. Denn es liegt auf der Hand, dass bei "Billigkameras" irgendwo gespart werden muss: am Chip, an der Verarbeitung, an den Akkus, an der beigelegten Software oder gar am Objektiv. Nicht jede dieser Komponenten ist gleichermaßen kritisch, manche aber beeinflussen die Bildqualität erheblich. Umgekehrt garantiert ein hoher Preis nicht automatisch perfekte Qualität.

 

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