Sauna – was für ein Genus(s)!
Männlein und Weiblein in der Sauna.
Reden wir also über Genuss. Saunen ist wahrer Genuss. Nur Ahnungslose, Uneinsichtige, Ignoranten und Sauna-unten-Sitzer oder ahnungslose, uneinsichtige, ignorante Sauna-unten-Sitzer können etwas anderes behaupten.
Das hätten wir damit geklärt. Naja, nicht ganz. Nicht so eindeutig ist nämlich das Genus des Wortes “Sauna”.
“Wer hat’s erfunden?”
Erfunden wurde die Sauna ausnahmsweise nicht von den Schweizern, sondern von den Finnen. Das Finnische kennt kein grammatikalisches Geschlecht (wie z.B. das Deutsche oder das Französische). Der finnische Term “Sauna” hat also gar kein Genus. Interessant ist zu sehen, wie solche geschlechtslosen Wörter in anderen Sprachen rezipiert werden, in Sprachen, die ihrerseits sehr wohl unterschiedliche Genera kennen.
Filia laudat ancillam
Im Deutschen heißt es wie selbstverständlich “die Sauna”. Es darf vermutet werden, dass das schlicht analog zu Wörtern lateinischen Ursprungs gehandhabt wurde, auch wenn das Finnische als finno-ugrische Sprache und Teil der uralischen Sprachfamilie herzlich wenig mit dem Lateinischen bzw. der indogermanischen Sprachfamilie zu tun hat. Bei einem feminin klingenden Endungs-A (”Filia laudat ancillam.”) würde sich unser Sprachgefühl sträuben gegen “der Sauna”. Es heißt ja auch “die Mensa”, “die Fata Morgana”… Auch das Spanische und das Italienische folgen dieser linguistisch etwas verqueren Logik: “la sauna”.
Exception française
Das Französische dagegen ist unentschieden, tendiert aber sehr stark zu “le sauna”, folgt also gerade nicht dem Deutschen, Spanischen und Italienischem. Google findet auf französischsprachigen Webseiten mit der Top Level Domain (TLD) .fr 27 400 Mal “le sauna”, fördert aber immerhin noch 565 Treffer für “la sauna” zu Tage, darunter auf amazon.fr den Buchtitel “La sauna finlandaise, source de santé“.
Dieser Aussage können wir uns wiederum voll anschließen, unabhängig vom Genus. Was zählt, ist der Genuss.