Sprachdienstleistungen Meßner

Anzeige

Rodeltour: Wir geben uns die Kante

Veröffentlicht am Donnerstag, den 11. März 2010

Rodeltour von der Priener Hütte nach Sachrang.

Man kann heutzutage ja aus allem eine Wissenschaft machen.

Statt also einfach zur Priener Hütte hochzugehen und anschließend auf einer mit Kufen ausgestatteten Transportvorrichtung unter Ausnutzung der Gravitationskraft ins Tal abzufahren, könnte man sich die Frage stellen, ob es sich bei dem dabei zum Einsatz kommenden Gleitgerät um einen Schlitten oder um eine Rodel handelt und ob die Überschrift dieses Blog-Eintrags überhaupt zutrifft oder es nicht eher “Schlittentour” heißen müsste.

Fragen, auf die wir schon immer keine Antwort haben wollten. Hauptsache, es läuft g’scheit! Rodel, Schlitten, Rodelschlitten, Schlittenrodel…, so what!

Naja, nicht ganz. Denn beim Abfahren von der Priener Hütte wird aus einer auf den ersten Blick rein akademischen Fragestellung die ganz und gar praktische Frage: Womit ist man schneller unten? Dazu muss man wissen, dass der Forstweg von der Priener Hütte nach Sachrang (in der Nähe des Chiemsees) ein eher bescheidenes Gefälle hat. Man könnte auch sagen: Das Gelände ist flach. Unerfreuliche Konsequenz: Die Abfahrt fällt weitgehend aus, statt Fahren heißt es Gehen.

Das aber ist nicht im Sinne des Erfinders. Man zieht ja nicht das Gleitgerät 8 km den Berg hoch, um dann beim Abfahren auf den Flachstücken jämmerlich zu verhungern. Wobei es dabei nun eben sehr wohl darauf ankommt, ob man auf einem Schlitten oder einer Rodel unterwegs ist. Wir hatten jedenfalls vor Kurzem bei der Abfahrt von der Priener Hütte den unmittelbaren Vergleich und mussten mit einer gewissen Verwunderung zur Kenntnis nehmen, dass wir angesichts der Flachheit mit unserer Rodel zwar auch keine Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen mochten, aber immerhin noch vom Fleck kamen. Ein Mit(be)gleiter auf seinem Schlitten lag trotz kräftezehrendem händischen Anschieben dagegen gleichsam wie ein schwerer Stein auf der Rodelbahn. Nicht witzig, das.

Der Grund allen Übels ist dabei in erster Linie die Kufenform. Während bei einem Schlitten die Kufen vollständig auf dem weißen Untergrund aufliegen…

Schlitten

Schlitten

… fährt man mit einer Rodel (oft auch als Sportrodel bezeichnet) auf den Innenkanten, da die Kufen etwas nach innen gedreht sind.

Kufenkante bei einer Sportrodel

Kufenkante bei einer Sportrodel

Im Zusammenspiel mit den leicht nachgebenden Verstrebungen der Rodel…

flexible Verstrebungen bei einer Sportrodel

flexible Verstrebungen bei einer Sportrodel

… verbessert sich so nicht nur die Lenkbarkeit (Richtungsänderung durch bloße Gewichtsverlagerung), sondern es lassen sich ungleich höhere Geschwindigkeiten erzielen. Auf einer Rodelbahn mit “durchschnittlichem” Gefälle wirkt sich der Faktor “Straßenlage” nicht so dramatisch aus. Bei Flachstücken allerdings machen die technischen Unterschiede zwischen Schlitten und Rodel gut und gerne den Unterschied aus zwischen Ziehen und Fahren…

Unabhängig von derartigen geländetechnischen Imponderabilien ist man natürlich auf einer Rodelbahn mit ausreichendem Gefälle auf einer Rodel erst recht sportlicher unterwegs als auf einem Schlitten. Insbesondere in Kurven lässt sich dank besserer Lenkbarkeit die Zentrifugalkraft genussvoll auskosten. :)

So oder so ist die Moral aus der Geschichte: Ja, die Überschrift dieses Blog-Eintrags ist zutreffend.

Details zur Rodeltour von der Priener Hütte wie immer auf den Tourenseiten.

Das ist mir etwas wert

Weitersagen
Seite per E-Mail empfehlen oder bookmarken:
[del.icio.us] [Google] [Mister Wong] [Technorati] [Twitter] [Windows Live] [Yahoo!]

Das könnte mich auch interessieren
Rodeltour: Wankend bergab
Rodeltour: Hoch und steil

Tags: , , , , ,

Eine Antwort schreiben

QR-Code dieser Seite [ ? ]
QR-Code

© Copyright Florian Meßner 2001-2010 | 11. 03. 2010 » Aktualisierungen

Registrieren