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Ein Traum von Blog (2)

Veröffentlicht am Donnerstag, den 26. März 2009

Das hätten wir uns nicht träumen lassen: Webzwonull-Blase und Blog-Friedhof.

Anfang verpasst? → Unser guter Vorsatz für 2009 ist die Revitalisierung unseres Wannabe-Blogs (Teil 1).

Mögen die Gründe für das Vorsichhindümpeln des Blogs auch mannigfaltig sein, so hat sich gleichwohl von Anfang an eine sehr grundsätzliche Frage herauskristallisiert: Muss man denn wirklich jeden Hype mitmachen?!

Eine zugegebenermaßen maliziöse Frage. Jeden Hype mitmachen muss man eigentlich nicht. Andererseits spricht auch nichts dagegen, einen Hype mitzumachen, wenn es dafür gute Gründe gibt, oder man sich zumindest einbildet oder sich einreden lässt, dass es eben solche guten Gründe gibt. In unserem Fall stand, wie schon erwähnt, die Überlegung im Vordergrund, einen bequemen Changelog implementieren zu können für Änderungen auf der Website, insbesondere im VoIP-Artikel.
Bequem für uns als Webmaster, jedenfalls deutlich zeiteffizienter als das vorher praktizierte manuelle Verfahren (Details sind irrelevant). Bequemer aber auch (und vor allem) für die Besucher dieser Website, die sich über einen im Blog integrierten RSS-Feed (Vorsicht! Buzz-Word!) über Änderungen auf der Website informieren konnten.

Der Blog war insofern für uns nicht mehr (aber auch nicht weniger) als das geeignete Mittel, eine angestrebte Funktionalität zu implementieren. Mit Bloggen hatten wir also erst mal nichts am Hut. Erst mal. Von Anfang an verspürten wir freilich auch diesen etwas diffusen Drang, “richtig” zu bloggen. Nennen Sie es Interesse, nennen Sie es Experimentierfreudigkeit, nennen Sie es Wunsch nach inhaltlicher Abwechslung zum alles beherrschenden Thema VoIP. Nennen Sie es gerne auch Hyperitis… Aber wir finden: nur weil es ein Hype ist, kann das nicht zwangsläufig bedeuten, dass man sich nicht trotzdem oder auch gerade deswegen daran beteiligen dürfte. Auf einen Hype mehr oder weniger, an dem wir uns beteiligen, kommt es auch nicht mehr an.

Nicht von der Hand zu weisen sind möglicherweise auch sehr profane strategische Überlegungen: Wenn, ja wenn sich im unwahrscheinlichen Falle des Falles mittel- und langfristig wider Erwarten herausstellen sollte, dass dieser ganze Blogging-Hype doch mehr ist als eine vorübergehende Ausbeulung der Webzwonull-Blase, dann würde es an Fahrlässigkeit grenzen, sich als Betreiber einer Website diesem Trend gänzlich zu verschließen.
Denn ein Blog bedeutet (angeblich!) viele viele viele, um nicht zu sagen: haufenweise neue und idealerweise auch wiederkehrende Besucher. Je mehr Besucher, desto performanter sind evtl. die Werbeeinnahmen. Werbeeinnahmen?! Dann geht es hier also nur um den schnöden Mammon! Nein, die Haupt-Mammon-Quelle ist eine andere. Ein bisschen Zusatz-Mammon hat allerdings nie geschadet. Ob es überhaupt einen kausalen Zusammenhang zwischen Anzahl der Besucher und Werbeeinnahmen gibt, entzieht sich gegenwärtig unserer Kenntnis. Aber es könnte so sein. Das ist eigentlich, abgesehen davon, dass Bloggen durchaus einen gewissen inhaltlichen Reiz auf uns ausübt, schon Grund genug, einen Blog zu betreiben.

So nachvollziehbar dies auch alles sein mag, so wenig lassen sich damit grundsätzliche Bedenken vom Tisch wischen. Stellen wir die Frage also ein zweites Mal: Muss man denn wirklich jeden Hype mitmachen? Ist es nicht so, dass der Blog-Friedhof schon jetzt hoffnungslos überfüllt ist angesichts immer mehr Wannabe-Blogs? Wen interessiert überhaupt, was wir hier bloggen? Ausgezeichnete Frage! Interessiert es überhaupt jemanden? Eine weitere ausgezeichnete Frage! Haben wir nicht vielleicht auch schlicht etwas Besseres zu tun? Wer bloggt, hat wahrscheinlich sonst nichts zu tun!

Vor diesem Hintergrund machte sich bei uns eine gewisse Unschlüssigkeit breit. To blog or not to blog, das war die Frage. Unschlüssigkeit, ja Zögerlichkeit ist freilich Gift in Zeiten von Webzwonull. Irgendwann hatten wir das Gefühl, jetzt schon so lange nicht wirklich zu bloggen, dass es eh schon zu spät wäre, jetzt, hier und heute dann genau damit anzufangen, mit dem Bloggen.
Andererseits, wenn es einen günstigen Zeitpunkt für die Revitalisierung des Blogs gibt, dann das neue Jahr und den damit obligatorisch verbundenen guten Vorsätzen. Wenn wir es mit diesem Motivationstrick nicht schaffen, wann und wie dann? Hype oder nicht, jetzt wird gebloggt!

Aber über was? Dazu demnächst mehr.

In diesem Sinne: träumen wir weiter.

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